Advent

Liebe Schwestern und Brüder,
ist uns der tiefere Sinn des Advents inzwischen abhanden gekommen? Weihnachtsfeiern vor dem Fest, Weihnachtsmärkte landauf, landab. In die- sem Jahr die Diskussion, ob an Heiligabend, der auf einen Sonntag fällt,
für jene, die sonst nichts auf die Reihe bringen, die Geschäfte öffnen sollen. Ich weiß schon, dass in der Zeit vor Weihnachten die Umsätze am höchsten sind. Dies sei auch denen gegönnt, die davon leben müssen. Dennoch, das viele Drumherum darf nicht den Sinn verdrängen, warum wir Advent und Weihnachten feiern.
Mit „wir“ sind alle angesprochen, die bewusst und gerne Christen sind. Für sie ist Advent das Warten und Offensein für das Kommen Gottes in diese Welt. An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Jesu Christi,
damals vor 2000 Jahren, aber bedeutsam für alle Zeit und alle Menschen. In Jesus erlebten die Menschen die unmittelbare Nähe Gottes. Gott ist ganz anders, als wir ihn uns vorstellen. Jesus hat die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung und besonders zu uns Menschen nicht nur verkündet, sondern erfahrbar, spürbar gemacht. Das war für alle etwas ganz Neues!
An Weihnachten freuen wir uns über das Geschenk Gottes, seinen Sohn. An Weihnachten zeigen wir einander mit unseren Geschenken und Aufmerksamkeiten, dass wir Jesus verstanden haben und bereit sind, Gottes Liebe weiterzuschenken, besonders jenen, die unserer Liebe und Hilfe bedürfen.
Freilich, beim Blick auf die reale Welt im Kleinen wie im Großen, müssen wir zugeben: sie ist noch im Advent. Gott ist bei weitem noch nicht überall angekommen. Der Ruf der ersten Christen: Komm, Herr! ist nach wie vor aktuell. Der Herr will auch heute zu den Menschen
kommen: durch Dich und mich. Sind wir dazu bereit?
Ich wünsche Ihnen eine frohe und gesegnete Adventszeit,
Ihr P. Franz Schaumann SDB

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